|
Die drei
Mozart-Miniaturen entstanden auf Anregung des Westdeutschen Rundfunks zum Mozartjahr
1991. Die Piccolo-Zauberflöte: Speziell für eilige Hörer wurden 16 Themen der Oper 'Die
Zauberflöte' zu einer Kurzoper von ungefähr 2 Minuten komprimiert. Figaro auf der Flucht:
Das Ouvertürenthema der Oper 'Die Hochzeit des Figaro' wurde in die Form einer barocken
Fuge gegossen. Der getürkte Mozart: Anläßlich einer Aufführung der 'Gran Partita' bläst
Monostatos Osmin den 'Türkischen Marsch'. Das bekannte Menuett aus dem 'Notenbüchlein für
Anna Magdalena Bach' könnte für 'Lover's Concerto', einen Schlager der 60er Jahre, Pate
gestanden haben. Die längst fällige Verbindung beider Stücke findet in ‘Anna Magdalena's
Lover's Concerto’ statt. ‘J've Found A New Baby’ gehört zu den Paradestücken einer jeden
Jazzband. Den Nachweis, daß sich dieses traditionelle Jazzthema auch für ein
Barockensemble eignet, soll die vorliegende 'barockisierte' Fassung erbringen. Im Stil
einer Bach'schen Intention ist die Einleitung zu ‘Yesterday’ abgefaßt. Ebenso wie die im
weiteren Verlauf folgenden barocken Figurationen ist sie aus der Baßlinie des
Beatles-Titels entwickelt. ‘Der alte Brummbär’ ist ein humorvolles Salonstück von Julius
Fucik. Hier präsentiert sich das Fagott als musikalischer Stellvertreter eines Tanzbären.
Der Tango Jalousie (= Eifersucht) wird mit musikalischen Zitaten aus dem Themenkreis
Liebe und Eifersucht von 'Carmen' bis 'O sole mio' angereichert. ‘Elite Syncopations’,’
Petite Fleur’, ‘J Got Rhythm', ‘Original Charleston’, ‘Chattanooga Choo Choo’, ‘Take
Five’, ‘Tiger Rag’, ‘Wild Cat Blues’ und ‘Pink Panther’ sind Titel, die durch eine
barocke Instrumentation stilistisch umgefärbt wurden. Üblicherweise werden Rossinis
'Barbier von Sevillia' und Mozarts 'Zauberflöte' als eigenständige Werke behandelt. Daß
es auch möglich ist, beide Werke 'gleichzeitig' zu spielen, wird in der Ouvertüre zum
Zauberbarbier dokumentiert. Der Schwan war nicht nur Richard Wagners Lieblingstier,
sondern auch das zahlreicher weiterer Komponisten der Romantik. ‘Die Ballade vom
Schwanenteich’ deckt bislang unbekannt gebliebene Verwandschaftsverhältnisse jener
Schwäne auf, die musikgeschichtliche Bedeutung erlangten. Der Brandenburgische
Konzertwalzer entstand aufgrund einer gewagten musikwissenschaftlichen Hypothese. Hätte
nämlich J.S. Bach seine Brandenburgischen Konzerte nicht in Köthen, sondern in Wien
komponiert und wäre er dort von jener Mücke gestochen worden, die einige Jahrzehnte
später das 'Wiener Walzer-Fieber ' auslöste, hätte er seine musikalischen Einfälle
vermutlich in der hier vorgestellten Weise realisiert.
|